20 Jahre Jugendchor Bachenbülach

Im Sommer 1985 überraschte der Dirigent Kurt Huber seinen Männerchor Bachenbülach mit der Ankündigung: „Ich möchte am Bezirksgesangsfest vom nächsten Jahr in Opfikon mit dem &Mac226;Stundenruf des Wächters' sechsstimmig auftreten und dazu benötige ich noch einen Jugendchor.“ Damit war die Idee geboren und nur einige Monate später, nämlich am 18. November 1985, trafen sich etwa 20 Mädchen und Knaben im Alter zwischen 9 und 15 Jahren zur ersten Gesangsprobe im Singsaal des Schulhauses Halden.

jugendchor babue Helene Haegi konnte dank der Unterstützung ihres Arbeitgebers (Kurt Huber!!) als ehrenamtliche Dirigentin gewonnen werden. Als Betreuer und Verbindung zum Männerchor hatte sich der Sänger Ernst Schegg zur Verfügung gestellt.

Die ersten zwei Zielsetzungen lauteten:

  1. Die Kinderschar ist so für das gemeinsame Singen zu begeistern, dass ein Auftritt am Beziksgesangsfest 1986 mit dem Männerchor möglich ist.
  2. Der Fortbestand einer Jugendsektion des Männerchors ist sicherzustellen.

An diesen beiden Zielen arbeitete Helene Haegi mit Erfolg. Nach einigen „Misstönen“ bei den ersten gemeinsamen Proben, zeigte sich eine grosse Steigerung. Noch kamen sich die Kleinen im Halbrund der grossen und meist fremden Männer etwas verloren vor. Kurz, der erste Auftritt eines Jugendchores mit einem Männerchor am Unterländer Bezikgesangsfest war ein Erfolg und wurde allseits mit Wohlwollen bedacht.

Aus dem ersten gemeinsamen Auftritt ergab sich eine wichtige Erkenntnis: Zwischen den grossen, alten Männern und der Jungschar bestand ein Graben, der irgendwie überbrückt werden musste. Ein Göttisystem, mit dem die interessierten Mitglieder des Männerchores durch das Los zu einem Göttikind aus dem Jugendchor kamen, half, das gröbste Eis zu brechen, und hat zum weiteren Erfolg in der Zusammenarbeit von Alt und Jung beigetragen.

In den Herbstferien 1986 nahmen über 20 Kinder am Singlager teil. Täglich 4 Stunden Singen, Spiele und Wanderungen in der freien Natur, halfen mit, aus einer Schar Kinder einen Chor zu bilden. Zum Abschluss gab es einen Fackelumzug, bei dem die neu gelernten Lieder gesungen wurden. Jene Vollmondnacht mit Mondfinsternis wird wohl manchem in schöner Erinnerung bleiben! – Das Gelernte konnte am 27. März 1987 im Rahmen des offiziellen Gründungsaktes mit dem Singspiel „D`Zyt isch choo“ dem interessierten Publikum gezeigt werden. Vor über 250 Zuhörern erntete der junge Chor grosse Anerkennung und gewann Herzen und Unterstützung bei der Bevölkerung. Dank Tombola und Festwirtschaft, geführt vom Frauen und Männerchor, wurde in der alten Dorfturnhalle ein Startkapital von Fr. 4'298.70 erwirtschaftet. Erfreulicherweise konnte dieser Rückhalt bis auf den heutigen Tag erhalten werden, denn die Geldsorgen sollten von nun an die kleinsten Sorgen für den Fortbestand des Chores sein!

 

Aus den Aktivitäten des Chores

  • In einem Lager 1988 in Montbovon, bei prächtigem Herbstwetter, bereitete sich der Chor auf ein Kirchenkonzert vor. Die Aufführung, zusammen mit dem Frauen- und Männerchor wurde zu einem bleibenden Erlebnis. Zum Dank durften die 28 Mitglieder mit ihren 7 Begleiterinnen im Opernhaus Zürich die Kinderoper „Der Zauberer von OZ“ besuchen.
  • Die Aktivitäten des Jugendchores wurden aber nicht nur von Grossanlässen bestimmt, sondern lebten auch von vielen kleinen Auftritten, wie Geburtstagssingen, Singen für ältere Leute, Singen am Weihnachtsmarkt oder zur Abwechslung im Wald beim „Servelat brötelen“.
  • Die Bachenbülacher JungsängerInnen begannen, sich 19?? mit ihrem bisher letzten Singlager in Oeschseite auf das ganz grosse „Häppening“ vorzubereiten. Geplant war die Aufführung des „Ritter von Falkenstein“, ein Kindermusical von Werner von Aesch, in Zusammenarbeit mit den Jugendchören Eglisau, Opfikon und Dietlikon. Beim Singspiel, das in Bachenbülach, Dietlikon, Eglisau, und Opfikon mit grossem Erfolg aufgeführt wurde, waren über 80 Kinder engagiert. Das Tüpfchen auf dem „i“ bildete das Engagement des exzellenten 15 jährigen Pianisten Stephan Wirth, der heute weltberühmt ist.
  • Fast vergessen hätte ich die Bezirksgesangfeste, an denen ab „Embrach 1996“ die Jugendchöre im Unterhaltungsteil mitwirkten. Bachenbülach durfte jedes Mal dabei sein. „Bachenbülach 1998“ unser „Heimspiel“; in „Wallisellen 2000“ wurden die Auftritte der Jugendchöre ins Zentrum des Sonntagnachmittag-Programms gerückt sowie „Eglisau 2003“. Schön war, dass von den Veranstaltern den Jugendchören immer bessere Programmzeiten zugeteilt wurden. Möge dieser Geist weiterleben.

 

Stafette der jungen Chorleiterinnen

Um 199? war so etwas wie der Höhepunkt im Chorleben. Die Kinder der Sänger aus den zwei „Erwachsenen-Chören“ wurden langsam erwachsen, und damit begann der Jugendchor zu schrumpfen. Auch Helene Haegi wagte erfolgreich den Schritt in die Erwachsenenwelt als Dirigentin des Frauenchores Uhwiesen und anschliessend als Gründerin des Frauenchores Eglisau. - Eine nicht gerade leichte Zeit für den Chor begann! Es begann die bezahlte Jugendarbeit, und die Konkurrenz wurde grösser, das Interesse der Kinder kleiner. Aber auch der kleine Chor hat es &Mac226;hartnäckig' geschafft - bis auf den heutigen Tag!

Für die Weiterarbeit mit dem Chor konnte Sylvia Ablinger gewonnen werden. Sie studierte mit viel Elan das von ihr umgeschriebene Singspiel „Di Goldig Gans“ ein. Kurz vor der Aufführung im zum Bersten gefüllten Singsaal konnte Sylvia in Wetzikon eine Stelle als Lehrerin antreten. Claudia Richter war kurzfristig eingesprungen und trotz Inanspruchnahme durch ihr Studium führte Claudia die kleine Truppe weiter bis nach Embrach ans Bezirksgesangfest. Selbst ein Hagelwetter das unvermittelt über das Chörli beim &Mac226;Sommerabschluss-Brötelen' hereinbrach konnte sie nicht entmutigen.

Die wohl schwierigste Phase folgte, als für sie eine Nachfolgerin nötig wurde. Als Retterin erschien Mira Kuster, gestandene Hausfrau mit zwei kleinen Chorsängern und einer Chorleiter-Ausbildung, Das gab Sicherheit und überbrückte die heikle Situation, bis wie aus heiterem Himmel Sarah Bächi, Kantonsschülerin aus Bülach den Stab übernahm. Sie schrieb das kleine Singspiel „Räuber Knatter Ratter“, das in die Herzen der Kinder und Eltern einging. Aber nach der Matura führte ihr Weg zum Musikstudium nach Hawaii. Und da war wieder Miria Kuster für ein Jahr die rettende Seele, bis Karin Grimm im Jahr 2000 die Truppe übernahm. Sie fand dazu noch die Unterstützung von Daniela Meier. Dieses erfolgreiche Gespann leitet unser Chörli mit zurzeit 11 Mitgliedern bis auf den heutigen Tag mit viel Liebe und Engagement.

Die letzte grössere Sache war das Singspiel „Hakunas Dschungel“. Nicht weniger als zwölf weitere Auftritte bereicherten das Jahresprogramm 2004.
Der Jugendchor schaut hin zum 18. November 2005. Dann wird es genau 20 Jahre her sein, seit der ersten Singstunde mit Helene Haegi. Die Bachenbülacher Chöre freuen sich darauf, den Jubiläums-Abend mit einem kleinen Gesangsfest in unserer Mehrzweckhalle in Bachenbülach zu feiern.

Ernst Schegg
Jugendchorbetreuer

 

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